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Wissenschaft und Industrie -
Erfahrungsaustausch auch mal in der Praxis

Diamanten aus dem Plasma


Siegen 15. Mai 1997

Am 12. und 13. Mai 1997 fand im Technologiezentrum Siegen eine Tagung des Arbeitskreises Plasmaobeflächentechnologie statt.

Seit vielen Jahren werden zweimal jährlich an wechselnden Orten in Deutschland diese Tagungen durchgeführt. Von der diesjährigen Frühjahrssitzung kann hervorgehoben werden, daß der Erfahrungsaustausch von Wissenschaft und Forschung mit regionalen mittelständischen Firmen erfolgreich umgesetzt wurde. Es konnte auch erneut unterstrichen werden, daß Siegen als eine Hochburg der modernen Oberflächentechnik in Deutschland anerkannt ist. Dies gilt sowohl für klassische Technologien wie Galvanik und Verzinkung als auch für modernste Plasmatechnologien.

Die teilnehmenden Spezialisten aus Forschung und Industrie kamen aus fast allen Teilen Deutschlands -von Aachen bis Berlin und Dresden, -von Bremen und Hamburg bis Freiburg und München sowie auch aus dem benachbarten deutschsprachigen Ausland. Von der Industrie waren sowohl Vertreter renomierter Firmen wie Siemens, Daimler Benz und Bosch vertreten als auch viele mittelständische Unternehmen. Wissenschaftler von Forschungseinrichtungen wie Fraunhofer Instituten, Forschungszentrum Jülich, Forschungszentrum Rossendorf bei Dresden und von verschiedenen Universitäten gehörten ebenfalls zu den Teilnehmern.

Gastgeber dieser Veranstaltung war die Firma PlaTeG GmbH, Siegen und wurde auch von dem Siegener Arbeitskreis Oberflächentechnik, einem Zusammenschluß mittelständischer Unternehmen, unterstützt.

Aus der Praxis für die Wissenschaft

Bei dieser Frühjahrstagung war besonders interessant, daß am ersten Tag etablierte mittelständische Firmen den industriellen Alltag gegenüber hochrangigen Wissenschaftlern präsentieren konnten. Dadurch wurde auch erreicht, daß mehr Verständnis für praktische Fragen aus dem industriellen Alltag vermittelt werden konnte. Die folgenden genannten Firmen und Institute sind ebenfalls Mitglieder des Siegener Arbeitskreises Oberflächentechnik.

Hartchrom Frohme, Kreuztal-Eichen

Galvanotechnische Verfahren für die moderne Oberflächenbehandlung von Walzen etc. Als Besonderheit konnte hier die Einführung einer der modernsten Anlagen zur Reinigung und Rückgewinnung von Abwasser vorgestellt werden. Durch solche Anlagen wird erreicht, daß die häufig als bedenklich hingestellten galvanotechnischen Betriebe auch in der heutigen Zeit ökologisch vertretbar eingesetzt werden können.

Siegener Verzinkerei, Kreuztal-Buschhütten

Hier werden moderne Hochtemperaturverzinkungen als Dünnschichtverfahren eingesetzt. Diese Verfahren stellen eine technisch wie wirtschaftlich bedeutsame Weiterentwicklung der herkömmlichen Feuerverzinkungen dar.

PlaTeG, Siegen-Weidenau

Als Beispiel für modernste, umweltfreundliche Hochtechnologie konnten hier Anlagen im Einsatz gezeigt werden, welche zum Verschleiß- und Korrosionsschutz von Werkzeugen und Maschinenteilen genutzt werden. Neben diesen speziellen Techniken für die regionale stahlverarbeitende Indsutrie werden dort auch Anlagen zur Oberflächenbehandlung von Kunststoffteilen gebaut und genutzt. Weltweit führende Technologie wird in der Siegener Region praktiziert und entsprechende Anlagen werden hier hergestellt.

Regionales Institut für Oberflächentechnik (RIO), Siegen-Geisweid

Moderne Oberflächenanalytik und Beratung für diverse Anwendungen wie Schadensbegutachtungen, spezielle Beratungen und Qualitätssicherungen werden vom RIO für die regionale mittelständische Industrie angeboten und umgesetzt.

Labor für Oberflächentechnik an der Universität/Gesamthochschschule Siegen

Neben den genannten kommerziell arbeitenden Unternehmen präsentierte sich auch das Labor für Oberflächentechnik mit seinen anwendungsorientierten Forschungsarbeiten.

Aus der Wissenschaft für die Praxis

Am zweiten Tag wurden einige neue hochinteressante spezielle Erkenntnisse und Ergebnisse von der Wissenschaft präsentiert und gemeinsam mit Praktikern diskutiert. Diese Themen waren im einzelnen:

1.CVD Diamant als Verschleißschutzschicht für keramische Drehwerkzeuge
Dipl.-Ing. R. Keipke von der Universität/ Gesamthoschschule Siegen brachte ein Beispiel für den Transfer von Forschungsergebnissen aus der Hochschule für die Praxis, wobei besondere Diamantschichten zur erheblichen Verbesserung von Drehwerkzeugen führen.

2.Plasmanitrierbehandlung von galvanisch abgeschiedenen Hartchromschichten zur Erhöhung des Verschleiß- und Korrosionswiderstandes
Dipl.-Ing. E. Menthe von der Technischen Universität Braunschweig präsentierte ein besonders interessantes Beispiel für die Kombination von klassischen galvanisch erzeugten Chromschichten mit neuester Plasmatechnologie. Hier ergab sich besonderer Diskussionsbedarf, da durch diese Verknüpfung teilweise völlig neue Eigenschaften für die Praxis erzeugt werden. Dadurch kann der Verschleiß- und Korrosionsschutz gegenüber den bisherigen guten Qualitäten noch deutlich verbessert werden. Dies war ein Beispiel aus der Wissenschaft, mit welchem gezeigt wurde, daß etablierte herkömmliche Techniken durch moderne Hochtechnologie zusätzlich erheblich zu verbessern sind. Derartige Kombinationen werden in der Zukunft mit Sicherheit an Bedeutung zunehmen.

3.Tribooptimierte PVD Schichten und Modellverschleißprüfung
Dr. G. Meier zu Köcker von der Bundesanstalt für Materialprüfung (BAM), Berlin präsentierte vergleichende Betrachtungen von modernen Schichten der Oberflächentechnik mit dem Ziel einer geeigneten Auswahl für unterschiedliche Anwendungenzu erreichen. Solche vergleichenden Betrachtungen sind für den Praktiker von besonderer Bedeutung um maßgeschneiderte Lösungen für seine Probleme vorab prüfen zu können.

4.Härtemessung an Schicht- und Substratsystemen
Dr. B. Rother vom Forschungsinstitut für Edelmetalle und Metallchemie in Schwäbisch Gmünd stellte neue Erkenntnisse und Möglichkeiten zur Qualitätssicherung mit der praktischen Prüfung von Oberflächeneigenschaften vor. Gerade zur Qualitätssicherung ist in der heutigen Zeit großer Bedarf an solchen Erkenntnissen um die Produktionstechniken ausreichend sicher und reproduzierbar optimieren zu können.

5.Einsatzverhalten von Me-C:H-Schichten unter praxisnahen Bedingungen
Herr Dipl.-Ing. M. Hieke vom Fraunhofer Institut für Schicht- und Oberflächentehnik in Braunschweig präsentierte eine überraschend große Zahl konkreter Beispiele für modernste Dünnschichttechniken. Hinter dem Begriff Me-C:H-Schichten verbergen sich Diamantschichten, welche mit einigen Tausendstel mm extrem dünn sind. Die besonders hohe Härte des Diamanten wir hierbei positiv für die praktischen Anwendungen genutzt. Dabei sind folgende Beispiele aus sehr unterschiedlichen Bereichen hervorzuheben:Tiefziehwerkzeuge für Edelstahl, Kurbelwellen, Kettenglieder, künstliche Gelenke in der Medizintechnik und viele andere.

Die sehr intensiven Diskussionen bei allen Vorträgen ließen erkennen, daß hier besonders großes Interesse und Bedarf am Austausch von Erfahrungen zwischen Wissenschaft und Forschung mit der industriellen Praxis besteht. Diese Veranstaltung kann als positives Beispiel für den häufig geforderten Forschungstransfer gewertet werden.

Die nächste Sitzung findet im Herbst `97 im Forschungszentrum Jülich statt, wo turnusgemäß eine Forschungseinrichtung mit Ihren neuesten Erkenntnissen und Anlagentechniken Gastgeber sein wird, um auch diesen Informationstransfer greifbar zu machen.

 


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